Fünfzig Millionen Euro für Vandalismus-Beseitigung

Graffity an einem Güterwagen in Padborg DK
Graffity an einem Güterwagen in Padborg DK

Nun ist es amtlich: Schätzungsweise fünfzig Millionen Euro muss dieses Jahr die Deutsche Bahn AG zur Beseitigung von „Vandalismus-Schäden“ aufwenden. Die Straftaten im Bereich der Bahn sind um 9 Prozent auf 39.000 angestiegen. Nach Aussagen von Bahn Vorstand Gerd Becht zählten Werte immer weniger.
Neben der Tatsache, dass die fünfzig Millionen indirekt von den Bahnkunden wieder eingefordert werden, leidet die Attraktivität der Bahn unter beschädigten Zügen und verschmierten Fenstern und Sitzen immens.
Nun soll ein „Präventionszug“ den Kindern und Jugendlichen unter dem Motto „Fair und sicher unterwegs“ die Folgen von Gewalt und Vandalismus zeigen. Die Stationen des Zuges sind bis zum 12. Dezember die Städte Braunschweig, Leipzig, Magdeburg, Essen, Dortmund und Köln. In fünf mit Multimedia ausgestatteten Waggons werden die Themen Zerstörung und Gefahren (z.B. Sogwirkung vorbeifahrender Züge) deutlich gemacht.
Die Bundespolizei bietet in dem Zug ein Training an, das zeigen soll, wie man sich in Konfliktsituationen richtig verhält. Der Präsident der Bundespolizei, Matthias Seger, fordert mehr Zivilcourage: „Die Fahrgäste sollen nicht wegschauen“. Er warnt aber auch davor, sich selbst zu gefährden.

Ich frage mich, ob die Deutsche Bahn nicht wieder mehr auf Züge setzen sollte, die mit Personal besetzt sind, und diesem Personal eben auch dieses „Konfliktsituationstraining“ angedeihen lässt. Wie oft habe ich schon erlebt, dass von einem Zugbegleiter nichts mehr gesehen wurde, als eine Gruppe angeheiterter, laut johlender Leute in einen Waggon gestiegen sind. Die anderen Fahrgäste waren die ganze Fahrt auf sich alleine gestellt, um etwaigen Situationen Herr zu werden.
Es ist richtig, von allen Zivilcourage zu verlangen, aber wir Fahrgäste bezahlen Geld, um mit einem Verkehrsmittel sicher von A nach B zu kommen. Und wir haben ein Recht darauf, dass die Sicherheit vom Betreiber dieses Verkehrsmittels gewährleistet wird. Und diese Sicherheit wird nun mal nicht durch Überwachungskameras alleine hergestellt.
Liebe Betreiber des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs: Investiert in Sicherheit und Service, also in Menschen, die für ihren – oft nicht ganz leichten – Dienst ausgebildet und auch dementsprechend bezahlt werden.

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