BahnPositiv

Nein, kein neues Marketingkonzept der Bahn, sondern einfach ein Erlebnisbericht meiner letzten Zugfahrt von Waldshut nach Köln und zurück.Abfahrt Waldshut 5:15 Uhr morgens. Bin ich froh, nicht im Auto zu sitzen. Beim Fahren nur fünf Sekunden die Augen zu schliessen, ist nicht vorstellbar. So döse ich also fast eine Stunde in der Regionalbahn nach Basel vor mich hin. In Basel Umstieg in den ICE – Platzreservierung natürlich getätigt.
In Frankfurt Flughafen Fernbahnhof sollte ich in einen ICE umsteigen, der direkt an der Messe Köln hält; so sind meine Verbindungen ausgewiesen, und so ist mein Sparpreis eben gültig.
Leider hat „mein“ ICE 45 Minuten Verspätung, der andere ICE fährt gleich weiter – auch nach Köln, eben nur nicht „Messe“. Kurze Frage beim Zugchef (für mich war es der Chef, weil er mir gleich eine Antwort geben konnte): „Könnte ich den ICE nach Köln nehmen, auch wenn er nicht in meinem Sparpreis drin ist, der andere hat 45 Minuten Verspätung?“ – „45 Minuten? Ja klar, steigen Sie ein, ich komme gleich und bescheinige Ihnen das auf Ihrer Fahrkarte, dass die Kollegen Bescheid wissen.“
—- Toll, hat mich riesig gefreut —-

Rückfahrt:
Köln Deutz/Messe Gleis 11-12: „Kann ich Ihnen helfen?“ Ein freundlicher Mann mit „Service“ Mütze spricht mich an, als ich ein wenig irritiert auf die Abfahrtstafel schaue. Er schaut kurz auf meinen Fahrausweis und sagt: „Hier sind Sie richtig, gehen Sie in Sektion E, da wird Ihr Wagen halten“
Zugwechsel Frankfurt: Der ICE kam ein wenig später und musste noch Reisende eines anderen, defekten ICE bis Mannheim aufnehmen. Totale Überfüllung, gereizte Fahrgäste, die das übliche „Bahngesicht“ aufsetzten (total gelangweilte Miene, Aufseufzen im Minutentakt).
Dazwischen musste eine Dame den „Bordservice“ zur Ersten Klasse bewältigen. Mit ihrem Tablett jonglierte sie zwischen den Fahrgästen herum, immer freundlich „entschuldigen Sie bitte – danke“ sagend, denn zwischen Bord-Bistro und erster Klasse war die übervolle zweite Klasse. Und dort gab es genügend Reisende, die gerne der Dame vom Bordbistro ganz persönlich die Schuld am vollen Zug gegeben hätten. Aber sie blieb freundlich und geduldig.

Herzlichen Dank diesen Bahnmitarbeitenden! Und nicht zu vergessen, auch einen Dank an den Zugchef, der uns mit seinen englischen Ansagen immer wieder zum Schmunzeln brachte – so was heitert auf.

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