Stuttgart 21 – Schon jetzt mit Verspätung?

Der Turm am Stuttgarter HauptbahnhofSeit heute gibt es Medienberichte, wonach dem Prestigeprojekt Stuttgart 21 eine Verzögerung von einem Jahr droht.  Bestätigen wollte dies die offizielle Pressestelle für Stuttgart 21 nicht. Laut den Gerüchten sind von vierzehn Baumaßnahmen, die heute schon geplant sein sollten, um den Zeitplan einzuhalten, gerade mal vier Planungen fertig.
Der Umwelt- und Verbraucherverband Verkehrsclub Deutschland (VCD) sieht sich in seiner Meinung bestätigt, dass es sich bei Stuttgart 21 um eines der am schlechtesten geplanten Bauprojekte der deutschen Eisenbahngeschichte handelt.Weiter geht der VCD davon aus, dass die Großbaustelle die Menschen in der Landeshauptstadt viel länger belasten würde als bis 2019 und den Bahnverkehr im ganzen Land für mindestens 15 Jahre behindern.
VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb sagte: „Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass Stuttgart 21 schon vor seiner Inbetriebnahme zum Hindernis für den Bahnverkehr in der Region Stuttgart und im ganzen Land wird. Die Unterlagen zum angeblich „am besten geplanten Bahnprojekt aller Zeiten“ sind nicht dazu geeignet, dass Auftragnehmer einfache Vorarbeiten termingerecht und im Kostenrahmen ausführen können. Jetzt wäre der ideale Zeitpunkt um aus dem Wahnsinnsprojekt Stuttgart 21 auszusteigen und die laufenden Arbeiten im Gleisvorfeld für eine Modernisierung nach dem Modell Kopfbahnhof 21 zu nutzen.“

Es tun sich Parallelen auf zwischen Stuttgart 21 und den Problemen bei den überschaubaren Bauarbeiten für die S 60 zwischen Böblingen und Renningen.  Auch bei der S60 liefen die Kosten und die Zeitpläne wegen schlampiger Planungen völlig aus dem Ruder.  Grund sieht der VCD  an den Auseinandersetzungen zwischen der Bahn und Eisenbahnbundesamt (EBA), weil die Bahn immer wieder entweder nicht genehmigungsfähige Planungen oder gar keine Planungen vorlege.

So fehlt zum Beispiel der Planfeststellungsabschluss auf den Fildern. Und ausserdem möchte die Bahn aus Kostengründen die Tunnelwandstärken reduzieren.

Meiner persönlichen Meinung nach haben die Stuttgart 21-Verantwortlichen schon jetzt jede Glaubwürdigkeit verloren. Bei Stuttgart 21 handelt es sich immer weniger um eine bahnbetriebliche Notwendigkeit, sondern um ein Prestigeobjekt, welches für die Steuerzahler jeden Tag teurer wird und die diese dann das zweite Mal noch durch erhöhte Fahrpreise bezahlen dürfen.

Es fehlt jetzt nur noch, dass schnellstens die Seitenteile des historischen Hauptbahnhofes abgerissen werden, ohne dass man die anderen Arbeiten ordentlich vorher ausführt. Dann sehe ich mich in meiner Meinung noch mehr bestätigt.

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