150 Jahre Märklin

Dieses Jahr feiert die Gebr. Märklin & Cie GmbH ihr 150 jähriges Firmenjubiläum. Im Gründungsjahr war die „grosse“ Eisenbahn noch nicht einmal fünfzig.Aus Blechspielzeug wurde im Laufe der Zeit eine hochtechnische Modellbahn und sie entfernte sich mehr und mehr vom ersten Zielpublikum, den Kindern. Eine Eisenbahn ist heute für Kinder nicht mehr das technische Wunder wie noch vor sechzig Jahren, und die Modellbahnindustrie macht ihre Umsätze eher bei gut betuchten Erwachsenen als bei den Kindern. Zum Spielen sind die Modelle auch wirklich zu filigran. Dass die Preise für die kleine Bahn heute schwindelerregende Höhen erreicht haben, ist nicht ganz richtig, denn schon früher war die kleine Eisenbahn nicht für jedermann erschwinglich. Nur ist heute die Unterhaltungselektronik inklusive der PCs, Spielekonsolen etc. sehr günstig zu bekommen, während für die kleine Bahn immer noch ein starkes Stück des verdienten Geldes angelegt werden muss.
Dies hat bei vielen Spielwaren- und Modellbahnherstellern zu Problemen und teilweise auch zum „Aus“ geführt und auch bei Märklin war in den letzten Jahren nicht alles eitel Sonnenschein.
Dass die frühere Metallspielwarenfabrik aus Göppingen jetzt sehr stark von Investoren abhängig ist, hat man an den doch recht zahlreichen Wechseln der letzten Jahre gemerkt.
Märklin hat mit dem Kauf von Trix und LGB jetzt alle gängigen Spurweiten „unter Kontrolle“, was nicht immer gut für den Markt ist.
Ich bin gespannt, wie sich der Modellbahnmarkt in den nächsten Jahren entwickelt, wenn die Technik immer mehr Möglichkeiten bietet und die Menschen immer weniger zum Ausgeben haben. Eines ist klar: Vom Verkauf einer Lokomotive pro Haushalt im Jahr, z.B. an Weihnachten, kann heute keine Firma mehr leben.
Ich wünsche auf jeden Fall der Firma Märklin und allen Beschäftigten alles Gute für die nächsten Jahre. Vor allem allen Verantwortlichen in der Geschäftsleitung ein gutes Gespür für den Markt und eine Verantwortung für die Menschen, die die Firma Märklin durch ihre Arbeit am Leben halten.

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