Platz Zwei für Deutschland

Leider ist damit nicht irgendeine sportliche Meisterschaft gemeint, sondern die „Unzufriedenheit der Bahnkunden“
Bei dieser EU Umfrage schnitt die Bahn hinter den Polen als Land mit den meisten unzufriedenen Bahnkunden ab.
Dieses Ergebnis wird sich wohl kein EVU (Eisenbahnverkehrsunternehmen) auf die Webseite pinnen.
Bei der Umfrage bewerteten die Befragten unter anderem Zugverbindungen, Bahnhöfe, Pünktlichkeit und Sicherheit der Bahn.Die Deutschen bemängeln Service und Pünktlichkeit der Bahn. Allein der Fahrkartenverkauf wird von fast der Hälfte der Kunden (46%) als nicht einfach eingestuft.Der Europadurchschnitt liegt bei 21%.
Die Franzosen, Schweden und Rumänen haben ihre Bahn ähnlich schlecht bewertet wie die Deutschen. Ganz vorn bei der Zufriedenheit lagen Irland, Lettland und Litauen.
Viele Europäer beklagen fehlende Informationen bei Verspätungen und zu wenig Unterstützung für Behinderte und Alte.

Ein Drittel aller Fernzüge habe Verspätung.„Je weiter die Züge fahren, desto höher ist das Verspätungsrisiko“, lautet das Fazit einer Studie. 42 Prozent der über lange Strecken rollenden Nachtzüge seien unpünktlich gewesen, ICEs und Eurocitys zu 34 Prozent und Intercitys noch zu 29 Prozent.

Der Nahverkehr schneidet besser ab. 15 Prozent der Regionalzüge ist nach der Studie zu spät. Nur sechs Prozent aller Regionalzüge ist mehr als 10 Minuten verspätet. Die Regionalbahnen (RB) sind dabei pünktlicher als die Regionlexpress-Züge (RE), die auf einer Strecke weniger haltestellen bedienen.

Die Deutsche Bahn kritisiert, dass in der achtmonatigen Erhebungsphase mehrere Streiktage und der Winter gewesen waren. Im Jahresdurchschnitt liege die Pünktlichkeitsquote seit Jahren konstant bei mehr als 90 Prozent. Anschlusszüge würden zu über 93 Prozent erreicht.
Bei dieser Quote rechnet die Bahn allerdings die S-Bahnen mit ein, die – abgesehen von der Berliner S Bahn – allgemein sehr pünktlich unterwegs sind. Diese Zuggattung stellen den Hauptanteil aller Bahnen dar. Eine Detaillierung der Pünktlichkeitsrate gibt es von der Bahn nicht.

Der Fahrgast Verband „ProBahn“ ist der Meinung, dass man die Zahlen sogar noch negativer bewerten müsse, da „die Verspätungen auf der Internetseite der Bahn oft geringer ausgewiesen werden, als sie in Wirklichkeit sind“.
Als Ursachen sind vor allem der schlechte Zustand des Schienennetzes und die daraus resultierenden Baustellen zu nennen.
Zudem sind die Trassen dauerhaft überlastet. Zum Beispiel ist die Strecke Hamburg-Hannover zu 120 bis 130 Prozent ausgelastet.

Auch der Fahrzeugmangel, der einen Ausgleich von Ausfällen unmöglich macht, trägt seinen Teil bei.
„Damit sich die Situation im Schienenverkehr dauerhaft entspannt, müsste der Bund deutlich mehr in den Netzausbau investieren“.

Liebe Bahn: Es wird wieder Sommer, die Klimaanlagen werden wieder kollabieren und dann kommt wieder der Winter. Wir fahren gerne Bahn, denn normalerweise is es entspannender als die Autobahnbenutzung. Eine gründliche Analyse der Schwachstellen, eine offene Informationspolitik und eine offensive Investition in Mensch und Material könnte „unsere Bahn“ im Negativranking weiter „nach hinten“ bringen.
Oder sind Iren, Letten und Litauer schneller zufrieden zu stellen als die ewig nörgelnden Deutschen?

 

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